MwSt-Verteilung bei Menüs mit festem Gesamtpreis

 

Ein Menü wird häufig zu einem festen Gesamtpreis verkauft, obwohl seine Bestandteile unterschiedliche Mehrwertsteuersätze haben, zum Beispiel 7 % für Speisen und 19 % für Getränke. Mit der MwSt-Verteilung wird der Festpreis centgenau auf die Steuersätze der Bestandteile aufgeteilt. Der Gesamtpreis bleibt dabei unverändert.

Die MwSt-Verteilung aktivieren Sie je Menü-Artikel im Artikelstamm. Artikel ohne gesetzten Schalter verhalten sich wie bisher. Die Verteilung gilt überall, wo das Menü verkauft wird.

MwSt-Verteilung im Artikelstamm aktivieren

  1. Öffnen Sie im Artikelstamm den gewünschten Rezeptur-Artikel.
  2. Wählen Sie im Reiter Bestandteile / Abfragen die Ansicht Rezeptur.
  3. Setzen Sie den Schalter MwSt-Verteilung anwenden.
  4. Speichern Sie den Artikel mit Sichern.

Wichtige Anmerkungen zum Schalter: Der Schalter steht nur bei Rezeptur-Artikeln zur Verfügung. Auch Rezepturen, die nur aus Abfragen bestehen, zum Beispiel eine Pizza mit wählbaren Toppings, können Sie aktivieren. Ein Tooltip am Schalter erklärt seine Wirkung. Wird das Rezeptur-Kennzeichen später entfernt, bleibt der Schalter ohne Wirkung. Eine Vorschau der verteilten Anteile gibt es im Artikelstamm nicht, die Verteilung entsteht beim Buchen an der Kasse.

 

Schalter nicht verfügbar

Anzeige Bedeutung
Schalter ausgegraut, Tooltip „MwSt-Verteilung auf dieser Installation nicht verfügbar - die Datenbank ist noch nicht aktualisiert. Bitte Support informieren.“ Die Datenbank ist noch nicht vollständig aktualisiert. Informieren Sie den Support.

Der Artikel lässt sich in diesem Zustand weiter bearbeiten, nur der Schalter ist nicht verfügbar.

 

So wird der Menüpreis verteilt

Die Verteilung berücksichtigt eingehängte Basisartikel (Bestandteile), die einen Preis und einen Mehrwertsteuersatz haben. Im Beispiel des Screenshots prüft das System dazu, ob zum Beispiel der Basisartikel 22 (Makkaroni) beides besitzt. Hat ein Bestandteil keinen Preis oder keinen Mehrwertsteuersatz, bleibt nur dieser Bestandteil unberücksichtigt.

Der gebuchte Menüpreis wird im Verhältnis der Verkaufspreise der Bestandteile aufgeteilt. Grundlage ist immer der tatsächlich gebuchte Zeilenpreis, also nach einem eventuellen Rabatt oder einer manuellen Preisänderung an der Kasse.

Beispiel: Menü zum Festpreis von 8,50 €

Bestandteil Verkaufspreis Steuersatz Anteil am Menüpreis
Bestandteil 1 2,00 € 19 % 1,81 €
Bestandteil 2 4,00 € 7 % 3,62 €
Bestandteil 3 0,50 € 7 % 0,45 €
Bestandteil 4 2,90 € 19 % 2,62 €
Summe 9,40 € 8,50 €

Die Summe der Anteile ergibt immer exakt den gebuchten Menüpreis. Es wird centgenau kaufmännisch gerundet. Ein eventueller Rundungsrest wird immer demselben, fest definierten Bestandteil zugeordnet.

Gewählte Optionen (Toppings)

Viele Menüs fragen an der Kasse Optionen ab, zum Beispiel die Getränkewahl. Eine gewählte Option wird mit ihrem eigenen Steuersatz versteuert, ihr Betrag wird nicht auf die festen Bestandteile verteilt. Der Rest des Zeilenpreises wird mit dem Steuersatz des Menüs versteuert. Ein Aufpreis ändert die Gewichtung nicht: Die Option behält ihren eigenen Verkaufspreis, der Aufpreis erhöht den Menüpreis insgesamt.

Beispiel: Pizza Salami mit Getränk als Topping (Im Haus)

Die Pizza kostet 12,00 € (7 %). Das Getränk „Fritz Kirsche“ ist ohne Aufpreis im Menüpreis enthalten, sein eigener Verkaufspreis beträgt 2,50 € (19 %). Der gebuchte Zeilenpreis ist 12,00 €.

Anteil Brutto Steuersatz Steuer Netto
Grundpreisanteil (Pizza) 9,50 € 7 % 0,62 € 8,88 €
Topping Fritz Kirsche 2,50 € 19 % 0,40 € 2,10 €
Summe 12,00 € 1,02 € 10,98 €

 

Bon, Rechnung, TSE-Signatur und Journal weisen 9,50 € zu 7 % und 2,50 € zu 19 % aus. Hat das Getränk einen Aufpreis von 1,00 € (Zeilenpreis 13,00 €), entfallen auf das Getränk weiterhin 2,50 € zu 19 %. Der Aufpreis erhöht den Menüpreis insgesamt, sodass auf die Pizza 10,50 € zu 7 % entfallen.

Wichtige Anmerkungen zu Optionen:

  • Betrag einer Option: Bei der Preisart freier Differenzpreis zählt der eigene Verkaufspreis der Option auf der gebuchten Preisebene, ein Aufpreis zählt nicht dazu. Bei Originalpreis zählt ihr Verkaufspreis, bei Originalpreis prozentual dessen Prozentanteil.
  • Fixierte Mehrwertsteuer: Ist bei einem Bestandteil oder einer Option die Preisart Steuersatz & Wert fixieren eingetragen (siehe Umsatz- und Mehrwertsteuerverteilung ), wird sie ignoriert, sobald der Schalter MwSt-Verteilung anwenden gesetzt ist.
  • Rabatt: Ein Rabatt auf die Zeile wirkt auch auf den Betrag der Option. Beispiel: Pizza mit Fritz Kirsche ohne Aufpreis und 10 % Rabatt ergibt 10,80 €, davon 2,25 € zu 19 % und 8,55 € zu 7 %.
  • Halbe Portion: Der Betrag der Option wird entsprechend geteilt.
  • Abwahl einer Option: Es entsteht ein negativer Anteil, der Grundpreisanteil erhöht sich entsprechend.
  • Option ohne Aufpreis: Sie trägt ihren eigenen Verkaufspreis zum eigenen Steuersatz, der Grundpreisanteil verringert sich entsprechend. Keinen eigenen Anteil erzeugt nur eine Option, deren Betrag 0 ist, zum Beispiel eine Beilagenwahl mit Verkaufspreis 0 € und ohne Aufpreis.
  • Negativer Aufpreis: Er gilt als Preisnachlass und ist kein Fehler. Er senkt den Menüpreis insgesamt, die Gewichtung ändert sich nicht: Die Option behält ihren eigenen Verkaufspreis.
  • Pfand: Löst eine gewählte Option ein Pfand aus, wird der Pfandanteil zusammen mit dem Betrag der Option zum Steuersatz des Toppings gebucht, sofern die Pfandeinstellung (Preisebene, Außer-Haus) passt.
  • Mehrere Stück: Alle Beträge werden mit der Menge multipliziert.

Bon, Rechnung, TSE und Nachdruck

  • Zwischensumme, Bon und Rechnung weisen die Steueranteile je Steuersatz aus den verteilten Werten aus.
  • Die TSE signiert exakt dieselben Werte, die auf Bon und Rechnung stehen.
  • Zeilen desselben Menüs mit unterschiedlicher Topping-Auswahl werden auf Bon und Rechnung getrennt gedruckt, auch beim Nachdruck. Zusammengefasst werden nur Zeilen mit gleichem Menü, gleicher Auswahl und gleichem Preis.
  • Der Nachdruck verwendet die beim Buchen gespeicherten Werte. Spätere Preisänderungen im Artikelstamm verändern alte Belege nicht.
  • Belege, die vor dem Aktivieren des Schalters gebucht wurden, werden wie bisher ohne Verteilung nachgedruckt.

Journal

Ein aktiviertes Menü erscheint im Journal aufgeteilt nach Steuersätzen, mit denselben Beträgen wie auf Bon, Rechnung und TSE. Toppings erscheinen nicht als eigene Journalzeilen, sondern fließen in die Aufteilung je Steuersatz ein. Beim Wiedereröffnen und beim Storno bleiben die beim Buchen berechneten Werte unverändert.

Sondersteuer-Korrektur

Eine an der Kasse konfigurierte Sondersteuer-Korrektur wird für aktivierte Menüs nicht angewendet, damit Bon, TSE und Journal übereinstimmen. Für alle anderen Artikel bleibt sie wirksam.

Positionen ohne Verteilung

Folgende Positionen werden auch bei aktivierten Menüs nicht verteilt, sondern wie bisher behandelt:

  • Positionen mit Preis 0
  • Positionen mit Verlustgrund
  • Positionen ohne Steuerklasse
  • Stornos vor der Order
  • Einlösen eines Gutscheins

Bestandteile ohne Preis oder ohne Mehrwertsteuersatz bleiben unberücksichtigt, die übrigen Bestandteile des Menüs werden verteilt. Artikel ohne gesetzten Schalter bleiben vollständig unverändert.

 

Filialen mit eigenen Bestandteilen

Hat eine Filiale für ein Menü eigene Rezeptur-Bestandteile hinterlegt, rechnet die Verteilung in dieser Filiale ausschließlich mit diesen Bestandteilen. Ohne eigene Bestandteile gelten die Standard-Bestandteile. Deaktivierte Bestandteile werden nie berücksichtigt.

 

Sonderfälle

  • Menüpreis kleiner als die Summe der Bestandteile (Preisvorteil): Die Anteile werden proportional angepasst, der Menüpreis bleibt die Bezugsgröße.
  • Bestandteil mit Verkaufspreis 0 €: Er erhält einen Anteil von 0 €.
  • Alle Bestandteile kosten 0 €: Der gesamte Menüpreis wird dem Steuersatz des Menü-Artikels zugeordnet.
  • Rezeptur nur aus Abfragen: Der Preis abzüglich der Beträge der gewählten Optionen wird als Grundpreisanteil zum Steuersatz des Menüs geführt.
  • Auslagen: Bestandteile oder Optionen mit dem Steuerschlüssel 0 („Auslagen“) werden mit 0 % verteilt, auch wenn in der Steuersatz-Tabelle keine Zeile 0 gepflegt ist.

 

Fehlermeldungen an der Kasse

Kann ein aktiviertes Menü nicht verteilt werden, bricht die Kasse die Aktion mit einer Meldung ab. Sie rechnet nie stillschweigend mit möglicherweise falschen Werten weiter.

Meldung Bedeutung Was tun?
„Diese Position kann wegen eines Fehlers der MwSt-Verteilung nicht gebucht werden. Bitte Support informieren.“ Die Position konnte beim Buchen beziehungsweise bei der TSE-Signierung nicht verteilt werden. Der Vorgang bleibt offen, es wurde nichts abgeschlossen. Versuchen Sie es erneut. Bleibt der Fehler, informieren Sie den Support.
„Der Druck dieser Position ist wegen eines Fehlers der MwSt-Verteilung nicht möglich.“ Nur der Druck von Bon oder Rechnung ist betroffen. Die Buchung ist bereits abgeschlossen und signiert. Versuchen Sie den Druck erneut. Bleibt der Fehler, informieren Sie den Support.
„Nachdruck nicht möglich - die gespeicherte MwSt-Verteilungsbasis fehlt oder ist unvollständig.“ Die beim Buchen gespeicherten Werte dieser Position wurden nicht oder nicht vollständig gefunden. Der Nachdruck dieser Position ist nicht möglich. Informieren Sie den Support.
„MwSt-Verteilungs-Cache konnte beim Start nicht geladen werden. Menüs mit MwSt-Verteilung können nicht gebucht werden. Bitte Protokoll prüfen.“ Die Kasse konnte beim Start die Daten für Menüs mit MwSt-Verteilung nicht laden. Alle Menüs mit aktivierter Verteilung sind gesperrt, solange der Fehler besteht. Informieren Sie den Support.
„Die Liste der Produkte mit MwSt-Verteilung ist zu groß und wurde gekürzt. Betroffene Produkte werden nicht als solche erkannt. Bitte Support informieren.“ Beim Start: Die Liste der Produkte mit Warengruppen-MwSt-Verteilung ist zu groß (mehr als ca. 87 000 Produkte). Überzählige Produkte werden nicht als solche erkannt, Menüs bleiben buchbar. Informieren Sie den Support.

 

Die Meldungen zum Buchen beziehungsweise Drucken erscheinen auch, wenn

  • eine gewählte Option in den Artikelstammdaten nicht mehr vorhanden oder fehlerhaft gepflegt ist, zum Beispiel bei negativem Verkaufspreis, fehlender Preisebene oder nicht auflösbarem Steuersatz (ein negativer Aufpreis ist dagegen ein Preisnachlass und kein Fehler),
  • die Summe der Beträge der gewählten Optionen den Zeilenpreis übersteigt (bei Standard-Optionen zählt auch deren eigener Verkaufspreis; prüfen Sie Menüs, deren enthaltene Optionen zusammen teurer sind als der Menüpreis, in den Stammdaten),
  • mehr als 64 Optionen gewählt wurden,
  • eine ungültige Teilung (halbe Portion) oder ein Rabatt außerhalb von 0 bis 100 % verwendet wird,

Die Meldung zum Nachdruck erscheint auch, wenn eine gedruckte Zeile keiner gespeicherten Verteilung eindeutig zugeordnet werden kann. Ist die Artikeldatenbank beim Buchen, Drucken oder Abschließen kurzzeitig gesperrt, erscheint ebenfalls die Meldung zum Buchen beziehungsweise Drucken. Der Vorgang bleibt offen und kann wiederholt werden.

 

Einschränkungen

  • Die Verteilung ist nur für Rezeptur-Artikel möglich.
  • Mehrere Stück: Die Werte werden je Stück gerundet und mit der Menge multipliziert. Gegenüber einer Rundung auf die Zeilensumme sind Abweichungen im Cent-Bereich möglich.
  • Es werden nur ganzzahlige Steuersätze unterstützt.
  • Ein Menü kann höchstens 64 Bestandteile und 64 gewählte Optionen haben.
  • Negative Rabatte (Aufschläge) und eine Teilung über 99 sind bei aktivierten Menüs nicht zulässig.
  • Das Pfand fester Bestandteile wird nicht gesondert versteuert, nur der Pfandanteil von Toppings wird mit dem Steuersatz des Toppings gebucht.
  • Seit SP 25 HF 16 tragen Optionen ohne Aufpreis ihren eigenen Verkaufspreis. Auswertungen über Zeiträume vor und nach dem Update können daher abweichende Steueranteile zeigen, bereits gebuchte Belege bleiben unverändert.

Weiterführende Themen:

Umsatz- und Mehrwertsteuerverteilung

Umsatz- und Mehrwertsteuerverteilung aus fiskalischer Sicht

Beilagenhauptgruppenreport (MWST Verteilung)

Beilagenhauptgruppenreport (MWST Verteilung detailliert)

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