WLAN Ausweichlösungen
WLAN-Ausweichlösungen – Empfehlungen für stabile Systemumgebungen
In professionellen IT-Umgebungen gilt ein Grundsatz, der sich über Jahrzehnte bewährt hat:
Kabelgebundene Verbindungen (LAN) sind immer die erste Wahl, wenn es um anspruchsvolle Datenverarbeitung oder systemkritische Kommunikation geht. Sie bieten die höchste Stabilität, geringe Latenzzeiten und sind deutlich weniger störanfällig als drahtlose Übertragungswege.
Gerade in komplexen Systemlandschaften wie bei Hypersoft ist diese Stabilität kein Komfortmerkmal, sondern eine betriebliche Notwendigkeit.
WLAN – nicht für alle Hypersoft-Komponenten geeignet
Bei den vielfältigen Hypersoft-Lösungen kommen Systembestandteile zum Einsatz, die entweder nicht primär für WLAN ausgelegt sind oder bei denen drahtlose Verbindungen besonders kritisch zu bewerten sind.
Zwar wäre ein theoretisch perfekt funktionierendes WLAN für viele Szenarien ausreichend – in der Praxis lässt sich jedoch keine dauerhaft 100 % stabile WLAN-Verbindung garantieren. Störungen durch Auslastung, bauliche Gegebenheiten, andere Funknetze oder temporäre Abschattungen sind unvermeidbar.
Einige Hypersoft-Programme verfügen über automatische Mechanismen zur Fehlerbehandlung bei Netzwerkproblemen. Diese greifen jedoch nur in klar definierten Situationen. Kommt es zu instabilen Verbindungen, können unerwartete Effekte auftreten: erhöhte Systemlast, Beeinflussung anderer Netzwerkkomponenten oder sogar Kettenreaktionen im Gesamtsystem.
Aus diesem Grund ist es entscheidend, kritische Komponenten nicht von vornherein in instabile Umgebungen zu bringen, sondern strukturell abzusichern.
Best Practice: RDP als Ausweichlösung bei fehlender LAN-Verbindung
Ist für bestimmte Hypersoft-Komponenten keine kabelgebundene LAN-Verbindung verfügbar und WLAN aus Stabilitätsgründen nicht empfehlenswert, hat sich der Einsatz von Remote-Desktop-Lösungen (RDP) bewährt – beispielsweise über den integrierten Windows Remote Desktop.
Der Vorteil liegt in der klaren Trennung von Übertragung und Verarbeitung:
Über WLAN werden lediglich Bildschirmdarstellung und Eingaben übertragen. Alle kritischen Prozesse – etwa Datenbankzugriffe oder Programmlogik – laufen lokal auf dem Zielsystem mit stabiler Netzwerkanbindung.
Das RDP-Protokoll ist zudem darauf ausgelegt, mit schwankenden Verbindungen umzugehen und reagiert kontrolliert auf Unterbrechungen. Selbst bei temporären WLAN-Störungen bleibt die eigentliche Anwendung stabil und unbeeinflusst. Gleichzeitig werden negative Auswirkungen auf andere Hypersoft-Komponenten zuverlässig vermieden.
Fazit:
RDP verhindert, dass instabile Übertragungswege zentrale Prozesse stören oder unnötige Systemlast erzeugen. Es ist die empfohlene Ausweichlösung, wenn LAN nicht direkt verfügbar ist.
DLAN (PowerLAN) – keine empfohlene Alternative
DLAN bzw. PowerLAN, also die Datenübertragung über das Stromnetz, stellt keinen gleichwertigen Ersatz für eine echte LAN-Verbindung dar. Die Qualität ist stark abhängig von der elektrischen Infrastruktur, angeschlossenen Geräten und wechselnden Lasten.
Sollte DLAN aus baulichen oder organisatorischen Gründen dennoch eingesetzt werden müssen, gilt auch hier:
kritische Hypersoft-Komponenten ausschließlich über RDP anbinden, um sie vom instabilen Übertragungsweg zu entkoppeln.
WLAN-POS-Drucker – mit Augenmaß einsetzen
Für POS-Drucker ist der Einsatz von WLAN in der Regel unkritisch, sofern hochwertige, für den professionellen Einsatz ausgelegte Geräte verwendet werden. Diese verfügen über stabilere Funkmodule, bessere Fehlerbehandlung und eine zuverlässigere Wiederverbindung.
Günstige oder für den Consumer-Bereich gedachte WLAN-Drucker hingegen sind häufig Ursache für Verbindungsabbrüche, Druckausfälle und unnötige Supportfälle – insbesondere im gastronomischen Dauerbetrieb.
Zusammenfassung
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LAN ist immer erste Wahl für alle kritischen Systeme
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RDP ist die ideale Ausweichlösung, wenn LAN nicht verfügbar ist
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WLAN nur für geeignete Komponenten, niemals für Datenbankserver oder zentrale Prozesse
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DLAN nur mit zusätzlicher Absicherung durch RDP
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Hochwertige WLAN-Drucker können stabil eingesetzt werden
Eine saubere Netzwerkarchitektur ist kein technisches Detail, sondern die Grundlage für einen störungsfreien Betrieb. Wer hier bewusst plant, verhindert Probleme, bevor sie entstehen.
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